Daniel Gauthier

Musikverhör: Fragebogen der KSL (KulturStadtLeverkusen)

vom 12.09.2006



  1. Eine Laune des Schicksals gewährt Ihnen die Gunst, eine(n) beliebige(n) Komponistin/Komponisten Ihrer Wahl – lebend oder tot – zu treffen.
    Welche(n) Komponistin/Komponisten wählen Sie?

    Béla Bartók.

    Sie haben leider nur eine Frage frei. Welche stellen Sie ihr/ihm?

    Hätten Sie Lust, ein Stück für das Alliage-Quartett zu schreiben?


  2. Und welche Interpretin/welchen Interpreten würden Sie gern treffen?

    Cecilia Bartoli.

    Sie haben leider nur eine Frage frei. Welche stellen Sie ihr/ihm?

    Ihre Stimme beantwortet alle meine Fragen.


  3. Was ist Ihre derzeitige Lieblings-CD?

    Die nächste CD des Alliage-Quartetts, denn die Arbeit daran lässt uns als Ensemble wachsen.


  4. Welches Buch sollte ein Musikliebhaber unbedingt lesen?

    Es gibt so viele gute Bücher... aber ein paar von Alfred Brendels Essays sollten Sie nicht verpasst haben.




Konzertkritiken


Ruhr Nachrichten

Kecke Klänge eines Kobolds im Saxofon

"[...] Mit Saxofon-Professor Daniel Gauthier und dem neoklassizistischen Saxofon-Konzert von Lars-Erik Larsson fährt das Kammerorchester nach Polen (Bialystok). Ein interessantes Werk ist das Konzert des schwedischen Naturromantikers. Die Liebe zu Nielsen, Sibelius und Hindemith klingt aus dieser zerklüfteten Musik, die Gauthier mit expressivem Ton und langem Atem formte. Die Vielseitigkeit des Saxofons stellt Larsson in diesem Konzert schön heraus: Fast ein Lied ohne Worte ist das Adagio, das der Dortmunder Professor mit berührend dichtem Ton auf seinem Altsaxofon sang; koboldhaft keck artikuliert imitierte er im Scherzando-Finale Hornklänge. [...]"


Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Saxophon: Gauthier souverän

"[...] Star des Abends war unbestritten Daniel Gauthier. 1933 hatte Glasunow das Konzert Es-Dur op. 109 für Altsaxophon geschrieben, das Orchester bildete hier einen farbigen Hintergrund. Gauthier verfügt über einen sehr weichen und sanglichen Ansatz. Selbst die Höhe ist samtig weich und körperreichklangvoll. Er spannte wunderbare Kantilenen, die auf weicher Atemwolke schwebten. Mit fast übermütigem Spielwitz meisterte er die halsbrecherischen Läufe des letzten Satzes, vor allem seine innere Ruhe verlieh ihm in jedem Augenblick Souveränität."


Dresdner Neueste Nachrichten

Saxofon-Charme und Romantik pur

"[...] Allein schon optisch strahlt ein Saxofon seine "goldig" harmonische Wirkung aus. Umso genussreicher ist natürlich sein Klang, wenn ihn ein musikalischer Kopf und die flinken Finger eines Spielers wie die des Kanadiers Daniel Gauthier erzeugen. In ihm vereint sich die sympathische äußere Erscheinung mit dem musikantischen Charme des exzellenten Könners. [...] Mit großem Feingefühl und bemerkenswert delikatem Anschlag auf die akustischen Mängel sich einstellend begleitete die Koreanerin Jang Eun Bae am Thürmerflügel. Begeisterter Beifall belohnte diese Mühen und erwirkte als Zugabe die spritzige "Czarda" des Spaniers Pedro Itoralde. [...]"


Sächsische Zeitung Kultur

Oper für Saxophon

"Manche Professuren sind selten. Solche für populäre Musik etwa, oder auch für klassisches Saxophon. Daniel Gauthier ist der einzige in Deutschland, [...] Alternativ-Beratung im "Sparkassen Beratungs Center" als Vermittlungshilfe für seltene Kammermusik. [...] Melodien aus "Carmen" und "Freischütz" wurden schon kurz nach ihrer Entstehung für Kleinstbesetzung eingerichtet. [...] Gauthiers sensible Annäherung an Manuel de Fallas "Siete canciones populares espanolas" offenbarte die klangliche Nähe seines Instruments zur menschlichen Stimme. [...] Werner Kämmerlings schön-schräge Paraphrase über die Dreigroschen-Musik war der Höhepunkt eines niveauvollen Abends."


Kölnische Rundschau

Musikalische Leckerbissen, in eindrucksvoller Weise serviert

"Wenn musikalische Temperamente und technische Fähigkeiten übereinstimmen und dazu noch ein Programm zusammengestellt wird, das zu beiden passt, dann muss ein Konzert einfach gelingen. Die Zuhörer [...] konnten das bestätigen. Sie haben es auch mit reichlichem Beifall getan. [...] Gauthier führte auf seinem Instrument all das vor, was dem vor 150 Jahren Hector Berlioz schwärmerisch an Möglichkeiten bescheinigt hatte. Er ließ es anmutig singen und träumen, er ließ es perlend kaskadieren und auch in atemberaubenden Lagen und Tonfolgen seine schmiegsame Schönheit bewahren. Perfekte Fingerfertigkeit und eine unglaublich kontrollierte und nuancierte Blastechnik zeichneten sein Spiel aus. Zusätzlich empfahl er sich als charmant-witziger Moderator, als er die Programmfolge durcheinander wirbelte - ohne Begründung, aber sehr effektvoll.
Jang Eun Bae fand sich mit zarten Begleitklängen, in orchestraler Breite und solistischen Passagen gleichermaßen souverän zurecht. Ihr Rhythmusgefühl ist bestechend. Im Zeichen der Globalisierung fegten die beiden Musiker dann mit dem Csardas eines Spaniers aus dem Programm: furios, wie der Schluss-Applaus."


Ruhr Nachrichten

Ein mitreißendes Konzert en einem ungewöhnlichen Ort

"[...] Das Motto des Konzertes ("spirito latino")verwies auf die lateinamerikanischen und iberischen Einflüsse, die sich auch in klassischer Musik finden lassen. Schon zu Beginn gab der Virtuose am Altsaxophon seine musikalische Visitenkarte mit der "Scaramouche" von Darius Milhaud ab. Rasante Tonketten im ersten, weiche, aber intensive Tonbildung und großangelegte Phrasen im zweiten Satz zeigten, dass Gauthier sich keineswegs einseitig zeigen würde. [...] Zur Uraufführung gelangte das Werk "San Felio" von Vadim Neselovskyi. [...] Ein eingängiges Thema über vorwärtstreibendem Rhythmus kehrt immer wieder, dazwischen liegen virtuose improvisationsartige Teile, von den Interpreten scheinbar mühelos gemeistert. [...] Werner Kämmerling hatte für Gauthier eine "Paraphrase über Themen aus der Dreigroschenoper" geschrieben - bei der der Saxophonist nicht von technischen Höchstanforderungen verschont blieb. [...]"


Dresdner neueste Nachrichten

Eine seltene Begegnung

"[...] Außergewöhnliches wurde [...] geboten: Saxophon und Klavier, eine aparte Instrumenten-Kombination, für die es nur wenig klassische Literatur gibt. Ursache: Das 1846 von Adolphe Sax in Paris zum Patent angemeldete Instrument kam viel zu spät auf den Markt, die Klassik war längst vorbei und die Romantiker konnten mit dem Saxophon nicht viel anfangen. [...] Der junge Künstler Daniel (überwindet) Tücken der Technik spielend und seine Atem-Ökonomie ist so phantastisch, dass der Ton nie abreißt. Das Ergebnis ist ein höchst veritables Klangbild bei der Wiedergabe von Werken aus verschiedenen Musik-Epochen. [...]"


Ruhr Nachrichten

Klang-Experimente im direkten Vergleich

"[...] Auch Glazounov sparte in seinem Konzert Es-Dur op. 109 für Altsaxophon und Streicher nicht mit für seine Zeit ungewöhnlichen Klangeffekten. [...] Großes Lob gebührt hier Daniel Gauthier, der auf dem Saxophon die Freiheiten und Möglichkeiten, die dem Solisten in diesem Stück gegeben werden, ausnutzte um seine sehr eindringliche Interpretation zu einem Erlebnis der Extraklasse werden zu lassen. [...]"


Die Union

Saxofon und Klavier im Duo

"Das Pianoforte-Fest Meißen beschränkt sich mitnichten auf reine Klavierabende. Der Pianist als Partner von Instrumentalsolisten oder Sängern bereichert die Palette und erweitert den Kreis der Interessenten. [...] Der erfreuliche Besuch galt dem Duo Daniel Gauthier/(Saxofon) und Jang Eun Bae (Klavier). [...] Hier erwies sich nun der Franko-Kanadier Gauthier als wahrer Meister seines Instruments. [...] Die Zuhörer waren von Anfang an von tonlichen Qualitäten, der Wärme, der Weichheit, der Klangfülle, aber auch von der Breite des Ausdrucksspektrums, nicht zuletzt von der Virtuosität begeistert, mit der Gauthier zu Werke ging und (zunächst) völlig jazzfreie romantische Literatur mit seiner trefflichen koreanischen Begleiterin zum Besten gab. [...]"


Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Die großen Möglichkeiten des Saxophons

"Das Saxophon ist vor allem als Jazz-Instrument bekannt. Daniel Gauthier zeigte [...], zu welchen künstlerischen und tonalen Höhen sich dieses Instrument aufschwingen kann. [...]"


Fehmarnschen Tageblatt

Kunsttage begannen mit einer Überraschung

"Das klassische Saxophon ist in Deutschland noch nicht so bekannt oder sogar nicht anerkannt". Daniel Gauthier möchte das ändern [...] mit der Koreanerin Jang Eun Bae am Piano [...]. Das Duo [...] nahm das Publikum mit auf eine gefühlvolle Reise. Die Bürgervorstehern der Stadt Fehmarn, Margit Maaß, hatte das wohl schon, vorher so geahnt, als sie den Abend mit dem Goethe-Zitat "Ja wär's nur ein Zaubermantel mein und trüg er mich in ferne Länder" einleitete. [...]"


Ruhr Nachrichten

Rufus Beck und das Continuum Ensemble

"[...] Es war Karneval im mit Luftschlangen geschmückten Konzerthaus, [...] Konzerthaus-Dramaturg Dr. Tilman Schlömp hat die seltsame Handlung mit den sonderbaren Figuren noch etwas überspitzt und die Texte - nach guter Operettenmanier - aktualisiert [...] Saxophonist Daniel Gauthier [...] Quirlig ließ er den Scaramouche, eine Figur der Commedia dell'arte, auf seinem Alt-Saxophon die Tonleiter im rasanten Tempo rauf und runter spazieren."


Freiheit ohne Klischee

Pianoforte-Fest

"Groß sind nicht nur die Intervalle, in denen Joachim Kühn die Klaviatur durchmisst. [...] Auch die Konversation zwischen Daniel Gauthier (Saxophon) und Jang Eun Bae (Klavier) am Dienstag in der Meißner Franziskanerkirche bereicherte das Festival. Im saftigen Nachhall des Raumes erschienen Werke von Jules Demerssemann bis Edison Denissow in zwar eigenwilligem, doch keineswegs verzerrendem Licht. Das Duo stellte sich den Bedingungen vorzüglich, hielt stets die Spannung und machte, wie bei Darius Milhauds populärer "Brazileira", auch Tempo, wo es angebracht war, Gauthier beherrschte alle Spielarten traumwandlerisch, und seine koreanische Begleiterin bot eine Leistung, die alleinige Aufmerksamkeit verdient hätte."


Dortmunder Rundschau

Außergewöhnliches Blasorchester lässt Streicher vergessen

"[...] Ein weiterer Höhepunkt stellte das Konzert-Capriccio über ein Thema von Paganini dar. Die Besetzung mit dem Altsaxofon zeigte ein völlig neues Klangbild, das gänzlich die Vorstellung des Geigenvirtuosen ablöste. Daniel Gauthier, [..], zeigte durch seinen Variantenreichtum sowohl in den präzisen Tempi wie durch seine Emphase die ganze Schönheit des Instruments. Wenn ein Blasorchester die Streicher vergessen lässt, dann kann man es zu Recht als außergewöhnlich bezeichnen. [...]"


Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Italienische Nacht von Verdi bis zum Paten

"[...] Virtuos bis in die Fingerspitzen ist das Konzert-Capriccio für Aktsaxophon und Orchester des 1992 verstobenen russischen Komponisten Kalinkowitsch. Daniel Gauthier gestaltete das anspruchvolle Werk mir herausragendem Können, brillanten und makellosen Läufen. Weich im Ansatz und lyrisch gelangen die Kantilenen Passagen. Das Orchester begleitete farbenreich und zuverlässig. [...]"


Westfälische Rundschau

Konzerthaus-Karneval: Dortmund und die Insel Balistrund

"[...] Man wunderte sich, dass dann die Flügel zur Seite geschoben wurden. Aber Darius Milhauds ursprünglich für diese Besetzung geschriebene Scaramouche-Suite erklang hier in der Fassung für das damals noch junge Saxophon, und Daniel Gauthier, der erste Professor für Saxophon in Deutschland, führte hier seine Brillanz auf dem Alt-Sax vor und kostete südamerikanisches Kolorit mit Wohlklang und glitzernden Kaskaden aus. [...]"


Ruhr Nachrichten

Kleiner Esel träumt im Saxofon

"Die Dortmunder sind ein Spezialpublikum für Saxofonmusik, glaubt Daniel Gauthier. Dass dies so ist, dafür hat der Professor der Musikhochschule viel getan, u.a. den ersten deutschen Saxofon-Wettbewerb in der Stadt etabliert. [...] Mit brillanter Virtuosität, die mit einem eleganten Ton gepaart war, nahm sich Gauthier dem Bravourstück an. Bizarre kleine Charakterstücke stellte das Duo mit den "Histoires" von Ibert vor. Den verschmitzten Charakter dieser Musik stellte Gauthier auch artikulatorisch brillant heraus- hübsch war seine Interpretation vom kleinen, weißen, etwas melancholisch-verträumten Esel.
Für "typisch deutsch" hält Gauthier die Sonate vom Hindemith-Schüler Bernhard Heiden. Damit meinte er: "weniger humorvoll als die Werke der Franzosen". Viel Seele hat die noch spätromantisch anmutende Sonate, die das Duo besonders in den Kantilenen zum Klingen brachte. Ansonsten war dies ein Werk der rasanten Läufe. [...]"


Westdeutsche Allgemeine Zeitung

"[...] Eine virtuose Darbietung war dann Daniel Gauthiers Interpretation von Milhauds "Scaramouche": Glaubte man im Kopfsatz hin und wieder, zwei Saxophone zu hören, waren es im Mittelsatz vor allem die weit gespannten, samtigen Melodiebogen, die überzeugten.
Ein gelungener Abend, der niveauvoll auf die "tollen Tage" einstimme!"


Lippstädter Zeitung "Der Patriot"

Wie ein ganzes Orchester

"[...] Im Mittelpunkt des Abends stand ein noch relativ junges Instrument: das Saxophon. Der kanadische Daniel Gauthier brachte auf überwältigende Weise die große Klangvielfalt des Instruments zum Ausdruck, hervorragend begleitet von der koreanischen Pianistin Jang Eun Bae. [...] Als Höhepunkt des Abends erwies sich jedoch die "Fantasie brillante sur des airs de Carmen" von Francois de Borne, eine Zusammenstellung aller bekannten "Ohrwürmer" der Oper von George Bizet. Hier überzeugten beide Instrumentalisten durch ihre große Fingerfertigkeit an ihren Instrumenten, als wäre es ein Leichtes solch ein Instrument zu spielen. Man meinte beinahe das Orchester, hervorragend durch die Pianistin vertreten, zu hören, während das Saxophon den Gesang erahnen ließ. [...]"


Pfaffenhofener Kurier

Neue Klangwege mit Saxophon und Tango

"[...] Daniel Gauthier, [...] spürt bewusst den wenigen klassischen Kompositionen für Saxophon nach-gewidmet seinem Instrument, von dem Hector Berlioz sagte, es komme dem Ausdruck der menschlichen Stimme am nächsten. Somit standen musikalische Raritäten auf dem Programm. [...] Leichtes Spiel hatte das Duo mit "Vier Jahreszeiten" einer Komposition von Astor Piazzolla. [...] Bei aller Intensität erinnerte die - bezwingend vorgetragene - Bearbeitung manchmal an ein überbelichtetes Foto. Und dennoch sind derartige Klang-Erlebnisse wichtig: Sie lassen den Hörer Distanz gewinnen zu vertrauen Klangerfahrungen. Lassen aus der Spur des Gewohnten Heraustreten. [...] man kann derart ungewöhnliche Ensembles schätzen oder auch nicht. Eine Bereicherung der Hörgewohnheiten sind sie immer. [...] Und wenn Daniel Gauthier in den Zugaben mit Montys "Csardas" den Paganini des Saxophons gab, Manuel De Fallas "Sieben Spanische Volkslieder" sang oder Claude Debussys "Rapsodie" für Saxophon intonierte wurde deutlich, dass Musik keine Konserve ist. [...]"


Lübecker Nachrichten

Erst gab's das Saxophon, viel später den Jazz

"Gespannt waren sie alle - auf den Besucherandrang und natürlich auf die beiden Künstler. Enttäuscht wurde niemand. [...] Dass dieses Duo die Fehmaraner im Sturm eroberte, war vor allem das Verdienst des Franco-Kanadiers Gauthier. [...] Er ließ das Publikum von Beginn daran teilhaben, wie ungewöhnlich es noch immer ist (und klingt), wenn "Saxophone & Piano" bei Musikstücken aus dem 19. Jahrhundert aufeinander treffen. [...] Es gehörte zum Erfolgsrezept dieses Abends, dass sich Gauthier zu allem auch als genialer Moderator entpuppte. Völlig unverkrampft führte er durchs Programm, mit Witz und Charme weckte er die Neugierde. Eine Kostprobe: "Womit kann sich ein kanadisch-koreanisches Duo musikalisch identifizieren? Am besten mit einem spanischen Komponisten, der eine ungarische, ,Czarda' schreibt. [...]"


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